Dienstag, 2. Februar 2016

La Paz - Stadtführung

Als erstes mussten wir heute Wäsche waschen, was gar nicht so einfach war. Hier gibt es zwar 2,4 Millionen Einwohner aber fast keine Waschsalons und nur 15 Supermärkte! Heute Mittag haben wir uns dann trotz strömendem Regen dazu entschlossen eine Stadtführung zu machen. Bei der City Walking Tour sind wir drei Stunden zu besonderen Orten in der Stadt gelaufen und haben total viele interessante Dinge erfahren. Wir wissen jetzt zum Beispiel, dass es sich bei dem ganzen toten Alpakababys auf dem Hexenmarkt um Totgeburten handelt. Alpakas können nämlich Narben lebendes Junges zur Welt bringen und wenn sie mehr Kinder tragen werfen Sie diese ab. Falls man so eine Totgeburt findet, so muss man diesen zu einer Hexe bringen, da es sonst Unglück bringt. Zum Hexenmeister wird man übrigens falls man vom Blitz getroffen wird. Die Alpakaföten werden beim Hausbau im Gundament einbetoniert, das wird auch heute noch so gemacht, egal welcher Religion der Hausbesitzer angehört, da die Arbeiter sonst nicht auf der Baustelle arbeiten wollen. Baut man ein sehr großes Haus, so muss eigentlich ein lebendiger Mann einbetoniert werden. Heute wird das wahrscheinlich (hoffentlich) nicht mehr gemacht, aber bis 1970 wurde das scheinbar so praktiziert... 
Wir waren auch am San Pedro Gefängnis, hier gibt es keine Wächter und der Staat regelt hier quasi gar nichts. Die Gefangenen müssen sich selbst Zellen kaufen, es gibt eine Rangordnung je nachdem wie viel Geld man hat und die Familien dürfen alles bringen bis auf Waffen und Drogen. Teilweise wohnen die Familien auch mit im Gefängnis, da sie sich keine zwei "Mieten" leisten können. Deshalb gibt es nebenan auch eine Schule für die Kinder. Wenn ein Gefangener ausbricht und geschnappt wird, so kommt es oft vor, dass er zurück im Gefängnis von den anderen Gefangenen umgebracht wird. Diese haben nämlich Angst vor stärkeren Einschränkungen durch die Polizei. 
Die Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt! Gerade waren wir noch superlecker italienisch essen und jetzt geht's ins warme Bett, draußen ist es nämlich richtig kalt.

Es gab auch mal wieder einen Umzug :D

Verzierung der Kathedrale als Folge der Vermischung von Christentum und Aymara-Kultur 

Mesas de Challa (Wunschtische) - je nachdem wie sie dekoriert sind stehen sie für Häuser, Geldsegen oder andere Dinge. Sie werden angezündet und die Asche mit Wein begossen, so gelangt der Wunsch zu Pachamama (Mutter Erde)

Plaza San Pedro - das weiße Gebäude links ist das Gefängnis, das gelbe die Schule

Plaza Murillo, hier befindet sich unter anderem der Präsidentenpalast, der aber seit vielen Jahren unbewohnt ist, da die Präsidenten in Sucre leben

Regierungsgebäude am Plaza Murillo, zu beachten ist die Uhr :)
Die Aymara benutzen Sonnenuhr en, die auf der Südhalbkugel umgekehrt abgelesen werden. Deshalb hat einer der Präsidenten die Ziffern der Uhr über Nacht vertauschen lassen.

Calle Jaen - die schönste Gasse in La Paz. Aber auch die gruseligste, hier wurden scheinbar Geister gesehen und Kinder sind verschwunden, deshalb haben die Bewohner ein großes Kreuz am Anfang der Gasse anbringen lassen, das jedes Jahr erneut gesegnet wird zum Schutz der Straße.







1 Kommentar:

  1. What a change, coming from the Amazonas. So by now you're used to the rain I guess.

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